Tagestipps im Radio

Tagestipps

Dienstag 18:05 Uhr Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung

Der Denisova-Mensch Ein neues Familienmitglied Von Prisca Straub . Die genetische Analyse eines winzigen Fingerknöchelchens aus einer Höhle im sibirischen Altai-Gebirge war eine Sensation: Im Jahr 2010 hat sie eine bisher unbekannte, archaische Menschenform zutage befördert - den Denisova-Menschen. Vermutlich war er kräftig gebaut und lebte bis vor rund 50.000 Jahren weit verbreitet in Asien - zeitgleich mit Neandertaler und Homo sapiens. Offenbar hat er sich auch mit beiden vermischt. So finden sich Spuren des Denisovaners bis heute im Erbgut moderner Menschen: Einige asiatische Bevölkerungsgruppen tragen zum Beispiel eine Genvariante, die sie erfolgreich anpasst an ein Leben in sauerstoffarmen hohen Regionen. Dank neuer genetischer Daten und fossiler Knochenfragmente nimmt der Denisova-Mensch immer mehr Gestalt an.

Dienstag 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Big Data, Big Theory Welcher Weg führt zur Erkenntnis? Von Lydia Heller Große Datenmengen verändern das wissenschaftliche Arbeiten. Algorithmen durchforsten das Erbgut von Krebszellen, generieren Fortschritt und entdecken dabei Dinge in den Modellen unserer Welt, die den Horizont des menschlichen Betrachters übersteigen. Doch schaffen sie auch wirklich Neues? Maschinen liefern Antworten - in einer Geschwindigkeit und einer Präzision, zu der Menschen nicht in der Lage sind. Sie sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Lösungen für konkrete Probleme zu entwickeln - in den gigantisch großen Dimensionen des Alls ebenso wie in den mikroskopisch kleinen der Zellen und Teilchen. Sie treiben den Fortschritt in einem nie dagewesenen Ausmaß. Vorläufig tun sie das aber nur dort, wo ein Mensch schon war.

Dienstag 20:03 Uhr SRF 1

Input

Alles Bio. Der eigenwillige Weg eines Bergtals. Im Puschlav sind 96% der Landwirtschaftsfläche bio. Das ist weltrekordverdächtig. «Bio» ist im Südbündner Tal aber nicht einfach ein Label, es ist eine Überlebensstrategie. Wie kam das Val Poschiavo gerade auf «Bio»? Und wie bio ist das Tal wirklich? Input Redaktor Samuel Emch geht auf Spurensuche.

Dienstag 20:05 Uhr Bayern 2

Nachtstudio

Mein Leben als Mann Von Christian Schüle . Kürzlich dämmerte Christian Schüle, dass er nicht mehr umhinkommt, sein eigenes Mannsein zu klären. Im Wendekreis von Trans-Theorie, Genderpolitik, LGTBQ-Aktivismus, Misogynie und MeToo, dazu indirekt betroffen vom pauschalen Vorwurf toxischer Männlichkeit und patriarchaler Privilegien, verstand er eines klar und deutlich: Um den Mann ist es mittlerweile schlecht bestellt. Mehr noch: Männlichkeit steht unter Verdacht. Auf einmal fliegt dem weißen Mann, ob alt oder nicht, die gewohnte Selbstheroisierung um die Ohren, und Mann weiß nicht mehr, wer er ist, was er ist, wie er sein soll und wozu er überhaupt noch nötig ist. Herausgefordert von einem Zeitgeist, der den binären (also biologisch-zweigeschlechtlichen) Code und mit ihm tradierte Machtverhältnisse aufzulösen anstrebt, ist es mit der launigen Ablehnung des Gendersternchens keineswegs getan. Wie soll der Mann von heute sich in der Welt von morgen positionieren, die Männlichkeit zur Ursache für Unterdrückung und Ungleichheit erklärt? In seinem provokant aufrichtigen Essay über Aufstieg, Fall und Heldendämmerung des Mannes befragt und analysiert der Autor sich im permanenten Geflüster subversiver Stimmen selbst und kommt zu ambivalenten Erkenntnissen über eine Gegenwartsgesellschaft im Schwebezustand.

Dienstag 20:10 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Der Tod des James Dean Von Alfred Andersch Regie: Friedhelm Orthmann Mit Ludwig Cremer, Hermann Schomberg, Rolf Boysen, Klaus Kammer, Heinz Schimmelpfennig, Herbert Fleischmann, Hanns Bernhardt, Wolfgang Schwarz, Friedrich von Bülow, Horst Bergmann Ton und Technik: Franz Wagner Produktion: SWF/HR/RB 1959 Länge: 48"10 Hörspielklassiker von Alfred Andersch Als 1955 der Filmstar James Dean im Alter von 24 Jahren bei einem Autounfall starb, wurde er zu einem weltweiten Idol und Sinnbild einer Epoche - der "Beat-Ära". Diese Kultur jugendlichen Aufbegehrens würdigt Alfred Andersch wenig später In Amerika fand die "Beat"-Epoche ihre Sprache nicht nur in den Gedichten von Alan Ginsberg, E.E. Cummings und Kenneth Patchen. Versen ihrer Gedichte hat Alfred Andersch zwei Reportagen gegenübergestellt: einen Bericht des amerikanischen Schriftstellers John Dos Passos über Leben und Tod von James Dean und eine Reportage des Journalisten Robert Lowry über den Weltmeisterschaftskampf im Mittelgewicht zwischen Sugar Ray Robinson und Jake LaMotta. Dieser Kampf symbolisiert für Andersch auch den Kampf des Davids "Jugend" gegen den Goliath "traditionelle Gesellschaftsform". Und James Dean verkörperte dieses Aufbegehren wie kein anderer. Alfred Andersch (1914-1980) war Mitglied der "Gruppe 47" und eine prägende Figur des Geisteslebens im Nachkriegsdeutschland. Er arbeitete als Rundfunkredakteur und Publizist, schrieb Hörspiele, Romane, Erzählungen und Reisebilder. Der Tod des James Dean

Dienstag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Jazz Live

Nachwuchsstar aus Schweden Das Joel Lyssarides Trio bei der JazzBaltica 2021 Joel Lyssarides, Piano Niklas Fernqvist, Kontrabass Rasmus Svensson Blixt, Schlagzeug Aufnahme vom 27.6.2021 bei JazzBaltica, Timmendorfer Strand Am Mikrofon: Jan Tengeler "Er ist der neue Star am Jazz-Piano aus Schweden!" So präsentierte die Sängerin Viktoria Tolstoy bei der diesjährigen JazzBaltica den Pianisten ihrer Band, den 29-jährigen Joel Lyssarides - und merkte gleich an, dass er wohl nicht mehr lange bei ihr spielen werde, weil er gerade selbst Karriere mache. So konnte man am folgenden Tag sein eigenes Trio erleben. Bei seinen Stücken lässt sich Lyssarides viel von klassischer Musik inspirieren, etwa von Alexander Skrjabin. "Ein stark unterbewerteter Komponist", findet er. Jüngst hatte er sich vorgenommen, jeden Tag neue Musik zu schreiben. So sind wohlklingende, fließende Stücke mit teils folkloristischem Einschlag entstanden, bei denen Lyssarides" filigrane Technik dezent zur Geltung kommt. Einige von ihnen stellte er erstmalig beim Konzert im Rahmen der JazzBaltica vor.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Das Gewehr lebt Von Irmgard Maenner Regie: Judith Lorentz Mit: Lara Körte Ton: Stephen Erickson Produktion: Deutschlandradio Kultur 2006 Länge: 54"09 Der Moment, in dem ein Mensch zum ersten Mal in seinem Leben eine Schusswaffe hält, ist ein ganz besonderer. Welche Beziehung gehen Menschen mit ihren Waffen ein? Und was macht die Waffe mit den Menschen? "Das Gewehr lebt", sagt der Mann auf dem Schießplatz. Es ist ein Wesen, dem er sich zuwendet und das reagiert. Die Waffe lebt in den Köpfen. Jeder kennt ihre Geräusche und die zugehörigen Haltungen, im Liegen, im Knien oder aus der Hüfte. Einzelkämpfer und Kommissarinnen im Film sind bewaffnet. Vielleicht ist der Nachbar es auch. Irmgard Maenner schoss selbst mit Klein- und Großkaliber und porträtiert Menschen, die eine besondere Beziehung zur Schusswaffe haben. Welche Fantasien bewegen sie? Und: Was ist das Schießen in unseren Köpfen? "Das Gewehr lebt" wurde 2007 mit dem Featurepreis der Stiftung Radio Basel ausgezeichnet. Irmgard Maenner, geboren 1959 in Waldsassen (Bayern), lebt als Autorin in Berlin und schreibt Prosa, Hörspiele, Features. Zuletzt "Lichtbogen" (Deutschlandradio Kultur 2014), "Teure Schwalben" (Deutschlandfunk Kultur 2019, Hörspiel des Monats). Das Gewehr lebt

Dienstag 23:00 Uhr HR2

Doppelkopf

Am Tisch mit Jean Pütz, "Glückspilz" Die Schnurrbartspitzen wippen, wenn der Erfinder der "Hobbythek" von seiner Kindheit und von seinem Großvater erzählt, er singt und diskutiert voller Leidenschaft vor dem Mikrofon. Jean Pütz, Sohn einer Luxemburgerin und eines Rheinländers, der noch im Zweiten Weltkrieg eine linke Kneipe in Köln betrieb, hat früh zwischen den Stühlen randaliert. Heute wird er 85 Jahre alt.

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